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Stein als Material Es ist selbstredend, daß die gebaute Umwelt unmittelbar die Lebensqualitäten jedes Einzelnen prägt. Das „Gesicht“ unserer Städte, aber auch das der Dörfer und der uns umgebenden Landschaften wird durch die Bauweise, durch den Stil unserer Häuser, aber auch durch jedes andere Bauwerk beeinflußt, durch Straßen, Plätze und Gassen, Viadukte und Tunnel, Kirchen und Industrieanlagen, Bauernhöfe und Lagerschuppen. Die Evolution dieser künstlich errichteten Umwelt, aber auch die sie begleitende kritische Betrachtung rückt in Zukunft noch deutlicher in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion.

Jedes Bauwerk wird im Stadtraum als konzeptioneller Teil des Ganzen städtebaulich und architektonisch integriert. Neue Elemente, die einen Ort definieren, werden in eine beziehungsreiche Ordnung zueinander gebracht.

Bewußte Reduktion der Formen und Materialien sowie eindeutige Ablesbarkeit von Volumen und Innenraum bestimmen die Architektur. Wichtiger Teil der architektonischen Arbeit ist die Definition von Räumen durch die Verwendung einfacher klar ablesbarer Konstruktionselemente: Wand, Fassade, Stütze, Fenster, Treppenräume werden typologisch eindeutig entwickelt. Von gleicher Bedeutung sind das Verhältnis von offener zu geschlossener Fläche in der Fassade und die Qualität des Details, die die formale Sprache eines Projektes bestimmen, sowie die unterschiedlichen Einflüsse in der Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Identität eines Gebäudes.

Für jedes Gebäude sind darüber hinaus die eingesetzten Materialien entscheidender Gestaltungsfaktor, die das Bild des Hauses und die Sinnlichkeit des Ortes bestimmen. Die Wiederentdeckung des Steins als Material und Ausdruck der modernen Architektur ist also keine ideologische oder gar politische Frage, sondern Bestandteil der kulturellen Entwicklung: Für bestimmte Orte innerhalb von Stadt und Landschaft - Plätze, Straßen, Siedlungsprofile - ist sie mit der Frage der Wiederentdeckung des Raumes in der Architektur und im Städtebau gleichzusetzen.

Architektur als raumbildende Kunst ist an die aus Steinen entwickelte Wand gebunden. Beide, Raum und begrenzende Wand, definieren sich gegenseitig und gehören unmittelbar zusammen.

Ein „Volumen“ der die Balance von Körper und Umraum hält, um als Monolyth das städtische Volumen zu bearbeiten.

Er zwingt den Architekten zu klaren Konzepten. Angewandt als massiver Block, erlaubt er nur wenige Formkombinationen, er ist homogen und durch seine vertikale und horizontale Ausrichtung definiert. Wird er ökonomisch eingesetzt, kann ein konstruktives Gleichgewicht entstehen, aus dem man kein Element entfernen kann, ohne das Gefüge zu zerstören. Die zeitgenössische Architektur braucht diese Klarheit und nicht die Transparenz, die aus einer „Materie ohne Schatten“ entsteht.


Max Dudler, Max Dudler Architekt, Berlin, Frankfurt am Main, Zürich