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Bad Cannstatt

Name Bad Cannstatt Farbanteile gelb, weiß Farbe braun Farbschwankungen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Gesteinsfamilie Travertine Gesteinsgruppe Sedimentgesteine, chemische Sedimente Herkunftsland Deutschland Preisklasse 1 2 3 Struktur wechselkörnig Textur geschichtet Verarbeitung poliert Nr. 1054
Abriebfestigkeit 25-45 cm3/50 cm2 Biegezugfestigkeit 70-150 kg/cm2 Druckfestigkeit 500-1'000 kg/cm2 Rohdichte 2.10-2.50 g/cm3 Wasseraufnahme 0.50-4.00 Gewichts-%
Hauptgemengeteil Calcit (Kalkspat) Nebengemengeteil k. A.
Bearbeitung H abgerieben, aufgeschlagen, bossiert, bruchrauh, gebeilt, geflächt, gespitzt, gezahnt, scharriert M abgerieben, anpoliert, diamantgesägt, gefräst, gesandelt, geschliffen, halbgeschliffen, poliert, quarzsandgesägt
Vorkommen Lagerstätten von Travertingesteinen sind unter anderem in Baden-Württemberg vorzufinden, in Bad Cannstatt, auf der Schwäbischen Alb bei Zwiefalten, in Thüringen bei Mühlhausen (D); im nördlichen Bakonywald bei Tatabánya, in Budakalásznähe bei Budapest (H); in Skopje bei Kûckovo (MK); in der Toscana bei Siena, in Lazio bei Tivoli (I); im Apusengebirge bei Hunedoara (RO).
Travertine Die Bezeichnung Travertin, vom italienischen travertino, älterer Begriff: tiburtino, von lat. lapis tiburtinus, bedeutet "Stein aus Tibur (heute Tivoli)". Travertingesteine (poröse Quellkalke) sind feste kalkige Quellausscheidungen, die durch Ausfällung von Kalkspat aus kalkhaltigem fließendem Wasser, besonders an Quellen oder in sprudelndem Wasser, entstanden sind. Travertine werden von einigen Autoren mit Kalktuff gleichgesetzt und diese Bezeichnung wiederum mit Kalksinter. In der Nomenklatur herrscht teilweise Verwirrung. Als Kalktuffe bezeichnet man alle Quellkalke, die lockerer, leichter und weniger druckfest als Travertin sind. Als Kalksinter (Onyx-Marmor) bezeichnet man alle Quellkalke, die dichter, kompakter und porenfreier als Travertin sind. Sedimentgesteine (Travertine, Sandsteine, Kalksteine u.a.) bedecken ungefähr 75% der Festlandfläche und der oberen Teile des Meeresbodens.
Eigenschaften Travertine gibt es sowohl in schwacher als auch in starker Bänderung. Versteinerungen wie Schneckenschalen und Pflanzenabdrücke kommen öfters vor. Die Texturen weisen keine Regelmäßigkeit auf und sind über eine größere Fläche sehr unterschiedlich. Für großflächige Anwendungen ist eine Bemusterung im Steinbruch unumgänglich. Außerdem haben die Vorkommen zumeist geringe Ausmaße.
Oft beinhalten die Gesteine grobe Poren und dadurch erhöht sich die Frostbeständigkeit gegenüber den feinporigen Sorten. Bis auf einige Sorten sind Travertine im Allgemeinen verwitterungs- und frostbeständig. Diese Gesteinsgruppe ist weich und in feuchtem Zustand leicht zu bearbeiten. Travertine sind wenig resistent auf mechanische und chemische Einflüsse und sie sind nicht säurebeständig. Die Polierfähigkeit ist begrenzt und ohne entsprechende vorbeugende Behandlungen (z.B. Imprägnierungen, Versiegelungen) sind die Gesteine ziemlich anfällig auf Fleckenbildung.
Anwendung und Verarbeitung Travertine finden im Außen- und Innenbereich Anwendung.
Werden Travertine zu Bodenbelägen verarbeitet, sind wie bei anderen Weichsteinen (z.B. Marmoren, Sandsteinen) auch, so genannte Laufspuren zu erkennen. Im Laufe der Zeit entstehen diese Abnutzerscheinungen, die sich nicht vermeiden lassen.
Von Wichtigkeit ist auch die fachgerechte konstruktive Ausführung bei Bodenbelägen und Wandverkleidungen im Außenbereich. Weichsteine haben eine größere Wasseraufnahme als Hartsteine und sind dadurch empfindlicher auf Verschmutzungen. Kann der überschüssige Wasserhaushalt im Gestein auf natürliche Art schnell und problemlos austrocknen, ist mit geringerer Verschmutzung der Gesteinsoberfläche zu rechnen.
Durch den Gebrauch von Stahlwerkzeugen wurde die Bearbeitung der Gesteine in der Zeit des Römischen Reiches bedeutend leichter. Zum Beispiel wurde das Kolosseum in Rom aus Travertin (Kalksinter) erbaut.
Verwendung unter anderem als Bodenbeläge, als Steinmetz- und Massivwerkstein, als Fassadenverkleidungen, in der Innenraumgestaltung.

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